Sepsis bei CED: Was du wissen solltest
Für Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa steht oft der Alltag mit Durchfällen, Schmerzen oder Fatigue im Fokus. Doch auch ernste Komplikationen können auftreten – darunter Sepsis (oft auch Blutvergiftung oder Blutstrominfektion genannt). Eine Sepsis ist eine überschießende Immunantwort des Körpers auf eine bestehende Infektion. Eine unbehandelte Sepsis führt immer zum Tode, je früher eine Sepsis behandelt wird, desto größer die Überlebenschance. In diesem Beitrag möchten wir dir verständlich erklären, was Sepsis im Kontext von CED bedeutet, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und wie man achtsam bleiben kann, ohne sich ständig Sorgen machen zu müssen.

- Sepsis bei CED: Was du wissen solltest
- Was ist eine Sepsis?
- Warum ist Sepsis bei CED relevant?
- Was sind mögliche Auslöser für eine Sepsis bei CED?
- Wer ist für eine Sepsis besonders gefährdet?
- Was sind die Krankheitszeichen einer Sepsis?
- Was kann ich tun, um eine Sepsis bei CED frühzeitig zu erkennen?
- Wichtig:
- Fazit
Was ist eine Sepsis?
Sepsis ist eine überschießende Reaktion des Körpers auf eine Infektion, bei der das Immunsystem das körpereigene Gewebe angreift. So kann es zu einem Multiorganversagen kommen oder aber zu schweren lebensbedrohlichen Komplikationen wie z. B. Herzmuskelentzündungen oder Gehirnhautentzündungen. Nach dem Überleben einer Sepsis treten bei etwa 75% aller Überlebenden Spätfolgen auf, wie Amputationen, kognitive Beeinträchtigungen, Fatigue und Polyneuropathie. Die Folgen sind vielfältig und variieren von Patient:in zu Patient:in.
Warum ist Sepsis bei CED relevant?
Eine systematische Analyse von Intensivaufnahmen an der TU München hat gezeigt: CED-spezifische Komplikationen (wie Perforation oder Elektrolyt-Entgleisung) und septische Verläufe gehören zu den häufigsten Gründen für eine stationäre Intensivbehandlung. Besonders kritisch wird es, wenn eine Sepsis bei gleichzeitig laufender Immunsuppression auftritt.
Was sind mögliche Auslöser für eine Sepsis bei CED?
z. B. bei Perforationen oder Fisteln
die die körpereigene Abwehr schwächen können
wie Candida-Sepsis, Pneumocystis oder Varizellen-Pneumonie
Wer ist für eine Sepsis besonders gefährdet?
Die Analyse der TU München identifizierte Risikofaktoren wie:
- Höheres Alter bei Erstdiagnose oder Intensivaufnahme
- Voroperationen am Darm
- Morbus Crohn als Grunderkrankung
Diese Faktoren gingen häufiger mit einem schweren Verlauf oder erhöhter Sterblichkeit einher.
Was sind die Krankheitszeichen einer Sepsis?
Für Menschen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn gibt es klare medizinische Empfehlungen zur Früherkennung. In beiden Fällen wird zur regelmäßigen Darmspiegelung (Koloskopie) geraten – unabhängig davon, ob akute Symptome vorliegen oder nicht.
Für Menschen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn gibt es klare medizinische Empfehlungen zur Früherkennung. In beiden Fällen wird zur regelmäßigen Darmspiegelung (Koloskopie) geraten – unabhängig davon, ob akute Symptome vorliegen oder nicht.
Was kann ich tun, um eine Sepsis bei CED frühzeitig zu erkennen?
Wichtig:
Die Entscheidung über immunsuppressive Medikamente ist immer individuell – in bestimmten Fällen sind sie essenziell für die Krankheitskontrolle. Die Datenlage zeigt jedoch: Eine sorgfältige Patient:innenauswahl und engmaschige Kontrolle sind entscheidend für die Sicherheit.
Fazit
Sepsis ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation, die bei schweren Infektionen auftreten kann – unabhängig von der Grunderkrankung. Bei CED sollte man aufmerksam bleiben, insbesondere bei Fieber, Schüttelfrost oder ungewöhnlicher Schwäche. Wer gut informiert ist, seine Symptome kennt und eng mit dem ärztlichen Team zusammenarbeitet, kann das Risiko minimieren. Es geht nicht um Angst – sondern um Wissen, das stärkt.
Akobeng AK, Zachos M. Tumor necrosis factor-alpha antibody for induction of remission in Crohn´s disease. Cochrane Database Syst Rev 2004; (1):CD003574
Bokemeyer B. CED-Behandlung in Deutschland. Der Gastroenterologe 2007; 6:447-455
Herrmann G. (2008). Lebensbedrohliche Komplikationen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dissertation TU München
Huber, W. et al. (2010). Lebensbedrohliche Komplikationen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Deutsche Medizinische Wochenschrift, 135(14), 668–674. https://doi.org/10.1055/s-0030-1251915
Erfahrungsbericht Conny (@connyyy_76, Instagram)

Mikrobiom als Schlüssel – Neue Therapie bei Morbus Crohn
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die das Leben von Millionen Menschen weltweit beeinflusst. Eine bewährte Therapie ist die sogenannte exklusive enterale Ernährung (EEN) – eine spezielle Flüssignahrung, die Patienten für sechs bis acht Wochen anstelle fester Nahrung zu sich nehmen. Diese Methode hat sich als äußerst effektiv erwiesen, doch warum sie hilft, war bisher unklar.

Therapieansätze bei Morbus Crohn auf Grundlage der S3-Leitlinie
Die Therapie von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist schwierig und hängt von der jeweiligen Schwere der Erkrankung ab. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind zwei der am weitesten verbreiteten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Erkrankung, Morbus Crohn, kann den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen, d. h. sie kann bereits im Bereich der Speiseröhre beginnen und sich bis zum After durchziehen.

Therapie bei Colitis ulcerosa – Aktuelle Behandlungsansätze auf Basis der S3-Leitlinie
Die Behandlung von Colitis ulcerosa (CU) verfolgt mehrere Ziele. Zum einen soll die Entzündung im Darm reduziert werden, zum anderen sollen die Symptome gelindert werden. Darüber hinaus strebt die Therapie eine langfristige Remission an. Idealerweise ohne den Einsatz von Kortikosteroiden. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es und wie werden sie basierend auf Krankheitsverlauf und Schweregrad individuell angepasst?