Sepsis bei CED: Was du wissen solltest Für Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa steht oft der Alltag mit […]

Sepsis bei CED: Was du wissen solltest

Für Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa steht oft der Alltag mit Durchfällen, Schmerzen oder Fatigue im Fokus. Doch auch ernste Komplikationen können auftreten – darunter Sepsis (oft auch Blutvergiftung oder Blutstrominfektion genannt). Eine Sepsis ist eine überschießende Immunantwort des Körpers auf eine bestehende Infektion. Eine unbehandelte Sepsis führt immer zum Tode, je früher eine Sepsis behandelt wird, desto größer die Überlebenschance.  In diesem Beitrag möchten wir dir verständlich erklären, was Sepsis im Kontext von CED bedeutet, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und wie man achtsam bleiben kann, ohne sich ständig Sorgen machen zu müssen.

Das Bild zeigt die Content-Creatorin Conny. Sie trägt ein schwarzes T-shirt und eine Jeans. Sie sitzt im Rollstuhl und lächelt in die Kamera. Sie hat eine chronisch-entzündliche Darmerkrnakung und eine Sepsis erlitten. In diesem beitrag, in dem auch das Bild von Conny verwendet wird, geht es um Sepsis bei CED, woran man dies erkennt und warum sie für eine CED so relevant ist.

Was ist eine Sepsis?

Sepsis ist eine überschießende Reaktion des Körpers auf eine Infektion, bei der das Immunsystem das körpereigene Gewebe angreift. So kann es zu einem Multiorganversagen kommen oder aber zu schweren lebensbedrohlichen Komplikationen wie z. B. Herzmuskelentzündungen oder Gehirnhautentzündungen. Nach dem Überleben einer Sepsis treten bei etwa 75% aller Überlebenden Spätfolgen auf, wie Amputationen, kognitive Beeinträchtigungen, Fatigue und Polyneuropathie. Die Folgen sind vielfältig und variieren von Patient:in zu Patient:in.

Warum ist Sepsis bei CED relevant?

Eine systematische Analyse von Intensivaufnahmen an der TU München hat gezeigt: CED-spezifische Komplikationen (wie Perforation oder Elektrolyt-Entgleisung) und septische Verläufe gehören zu den häufigsten Gründen für eine stationäre Intensivbehandlung. Besonders kritisch wird es, wenn eine Sepsis bei gleichzeitig laufender Immunsuppression auftritt.

Was sind mögliche Auslöser für eine Sepsis bei CED?

Infektionen im Darmbereich

z. B. bei Perforationen oder Fisteln

Immunsuppressive Therapien

die die körpereigene Abwehr schwächen können

Opportunistische Infektionen

wie Candida-Sepsis, Pneumocystis oder Varizellen-Pneumonie

Wer ist für eine Sepsis besonders gefährdet?

Die Analyse der TU München identifizierte Risikofaktoren wie:

  • Höheres Alter bei Erstdiagnose oder Intensivaufnahme

  • Voroperationen am Darm

  • Morbus Crohn als Grunderkrankung
     Diese Faktoren gingen häufiger mit einem schweren Verlauf oder erhöhter Sterblichkeit einher.

Was sind die Krankheitszeichen einer Sepsis?

Das bild zeigt die verschiedenen Symptome die bei Sepsis auftreten können. Die Symptome sind nicht auf die Sepsis bei CED spezialisiert, d.h. sie treten allgemein auf.

Für Menschen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn gibt es klare medizinische Empfehlungen zur Früherkennung. In beiden Fällen wird zur regelmäßigen Darmspiegelung (Koloskopie) geraten – unabhängig davon, ob akute Symptome vorliegen oder nicht.

Für Menschen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn gibt es klare medizinische Empfehlungen zur Früherkennung. In beiden Fällen wird zur regelmäßigen Darmspiegelung (Koloskopie) geraten – unabhängig davon, ob akute Symptome vorliegen oder nicht.

Was kann ich tun, um eine Sepsis bei CED frühzeitig zu erkennen?

  • Besprich regelmäßig mit deinem Facharzt, ob deine aktuelle Therapie gut zu deiner Situation passt.
  • Achte auf Warnzeichen wie Fieber, starke Erschöpfung, beschleunigte Atmung oder Verwirrtheit – besonders, wenn du immunsuppressiv behandelt wirst.
  • Lass dich bei Verdacht auf Infekte frühzeitig medizinisch untersuchen.

Wichtig:

Die Entscheidung über immunsuppressive Medikamente ist immer individuell – in bestimmten Fällen sind sie essenziell für die Krankheitskontrolle. Die Datenlage zeigt jedoch: Eine sorgfältige Patient:innenauswahl und engmaschige Kontrolle sind entscheidend für die Sicherheit.

Fazit

Sepsis ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation, die bei schweren Infektionen auftreten kann – unabhängig von der Grunderkrankung. Bei CED sollte man aufmerksam bleiben, insbesondere bei Fieber, Schüttelfrost oder ungewöhnlicher Schwäche. Wer gut informiert ist, seine Symptome kennt und eng mit dem ärztlichen Team zusammenarbeitet, kann das Risiko minimieren. Es geht nicht um Angst – sondern um Wissen, das stärkt.

Quellen

Akobeng AK, Zachos M. Tumor necrosis factor-alpha antibody for induction of remission in Crohn´s disease. Cochrane Database Syst Rev 2004; (1):CD003574

Bokemeyer B. CED-Behandlung in Deutschland. Der Gastroenterologe 2007; 6:447-455

Herrmann G. (2008). Lebensbedrohliche Komplikationen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dissertation TU München

Huber, W. et al. (2010). Lebensbedrohliche Komplikationen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Deutsche Medizinische Wochenschrift, 135(14), 668–674. https://doi.org/10.1055/s-0030-1251915

Erfahrungsbericht Conny (@connyyy_76, Instagram)

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